Ferneck | Privatwohnung | das kleine Haus der Heilerin - neben dem der Alchemistin

Lange Zeit war Nowigrad kein Teil von Redanien, lange Zeit konnte die größte (mit ca. 30.000 Einwohnern) und zweifelsohne auch die reichste Stadt den Status einer freien Handelsstadt halten. Nach den letzten Kriegen aber ist sie mehr oder weniger zur inoffiziellen zur Hauptstadt der freien Nordländer, vor allem Redaniens geworden seit Dijkstra als Regent zusammen mit dem Handelsrat von hier aus die Fäden zieht.
Als Heimat des Kults des Ewigen Feuers hat in der Stadt allerdings auch das Wort des Hierarchen Gewicht.
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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Ljerka lachte und aß.
Es war nicht immer so unbeschwert, das wußte sie, aber es gab eben auch diese Momente.
Und die aß deutlich weniger als die Zwergin, nicht so sehr weil es ihr nicht geschmeckt hätte oder sie sparen wollte, aber sie wußte, dass sie nicht mehr so unbeschwert ihre Linie hielt in dem Alter, und es wäre eindeutig zu teuer geworden, die Kleidung weiter nähen zu lassen. Letztlich vielleicht also doch aus Sparsamkeit.
Sie sah den tropfenden Reagenzien zu. Irgendwann war ein kleines braunes Fläschchen voll, sie verkorkte und versiegelte es und stellte ein zweites drunter.
Eine Weile sann sie nach, wie man die Dosierung bemessen sollte. Auf dem Rezept war nichts vermerkt und der Wirkstoffgehalt hing sehr stark von den angewandten Verfahren ab und der Qualität der Ausgangsstoffe. Sie hatte sich bemüht, alles so sorgfältig wie möglich zu machen, also war der Gehalt vielleicht höher als er es gewohnt war.
Nun musste sie nur warten, bis er zurück kam... oder sie brachten ihm die Fläschchen ins Gasthaus.
"Was denkst du? Bringen wir's ihm vorbei, oder warten wir?"
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Sarray Cestay
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„Bringen!“, rief Sarray erfreut. Dann konnte man den Bauchladenhändler mit den Nüssen suchen und ein Bier...
Während die Zwergin sich ausmalte, was sie unterwegs alles essbares „Jagen“ konnte sprang sie schon auf und räumte die – erstaunlich kläglichen – Reste von Fisch, Butter und Marmelade in den kühlen Keller. Ein wirklich praktischer Luxus.
Vielleicht konnten sie sich bald noch mehr Luxus leisten. Neue Decken für die Betten zum Beispiel.
Sie wollte schon zum Umhang greifen, doch dann fiel ihr ein, dass das Zeug noch gar nicht fertig war.
„Wann wollen wir los?“
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Jarel Moore
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Auch Jarel hatte ausgeschlafen.
Nach der abendlichen Einnahme seiner Medikamente schlief er immer schnell ein. Schlimmer noch: Es war sogar recht schwer, ihn in den Stunden darauf wach zu bekommen.
Hoffentlich würde ihm das nicht eines Tages zum Verhängnis.
Gedankenverloren wusch Jarel sich und machte sich für den Tag bereit. Seine Gedanken kehrten immer wieder zur Alchemistin zurück. Und natürlich zu ihrer Arbeit.
Vielleicht änderte sich auch etwas an den Nebenwirkungen. Das wäre ein großer Fortschritt.

Der Ritter kleidete sich an, ließ aber den größten Teil der Rüstung und den Wappenrock weg.
Es wurde Zeit mit sich selbst ins Reine zu kommen und zu meditieren.
Mal sehen ob es hier in der Gegend einen Ort gab, der genug Ruhe dafür bot.
Bei seinem Wirt bat er um Papier und Tinte um eine Nachricht zu hinterlassen, wenn die beiden Damen ihn in der Taverne suchen sollten.
Ohne Frühstück brach der Ritter auf, um sich die Umgebung genauer anzusehen.
Er sah kurz nach seiner Stute, lies diese aber erst einmal im Stall und ging zu Fuß los.
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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"Wenn es abgekühlt ist. Ich denke eine Flasche reicht eine Woche... Allerdings bin ich mir nicht sicher, dazu war das Rezept zu ungenau. Ich bring ihn zur Sicherheit auch die zweite mit." Sie prüfte kurz die Temperatur erst mit der Hand, dann mit den Lippen.
"Ich denke, wir können los. Kalt genug."
Die Sonne ging bereits unter, als sie sich auf den Weg machten. Die Herstellung der Medizin hatte fast einen ganzen Tag in Anspruch genommen, eher anderthalb, denn die Besorgung der Zutaten musste sie auch mit einrechnen, sie konnte nicht immer alles vorhalten. Jetzt war das meiste des Vorschusses aufgebraucht, aber sie würden schließlich bei Auslieferung noch mehr bekommen.
Und das gute war, sie war schneller gewesen. Sie musste sich einen guten Ruf erst aufbauen und dazu war es gut, wenn sie schnell war.
"Dann gehen wir ihn mal suchen."
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Sarray Cestay
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Sarray war schneller aus dem Haus als ihre Freundin „Glaskolben“ sagen konnte.
In der Stadt kam fand sie mit schlafwandlerischer Sicherheit den wandernden Händler mit seinem Bauchladen voller Leckereine, als hätte sie einen Kompass dafür.
Obwohl gerade erst gefrühstückt, kaufte Sarray sich eine Tüte. Ein Wunder, dass ihre Zähne noch so gut aussahen.
Ein wenig hierher und dorthin wandernd dauerte es eine knappe Stunde, bis sie den Ritter fanden.
Und das auch nur, weil zwei Passanten über einen grauhaarigen Fremden redeten, der reglos unter dem Großen Baum auf dem Festland saß und sich nicht rührte. Die beiden vermuteten, dass er tot war und diskutierten darüber, die Leiche zu plündern.

Sarray sputete sich und so musste Ljerka sich ran halten, das kleine Gewusel auf zwei Beinen nicht zu verlieren.
Als sie die Brücke zum Festland hinter sich hatten, fanden sie den Menschenmann relativ schnell.
Er saß im Schneidersitz auf einer kleinen Anhöhe unter dem größten Baum der Gegend, beide Hände mit den Handflächen nach oben auf den Oberschenkeln abgelegt, der Sitz aufrecht als hätte er sein Schwert geschluckt, die Augen geschlossen.

„Ob wir ihn wecken sollen?“, flüsterte Sarray Ljerka zu, doch das reichte schon den Ritter aufmerksam werden zu lassen. Langsam öffnete er sie Augen, sah erst zu Sarray, dann zu Ljerka und lächelte leicht.

„Schön, euch zu sehen.“ Er faltete sich langsam auseinander und man hätte fast du Gelenke knirschen hören können, als er sich an den Baum gestützt hochzog.
Dann klopfte er seine Hose ab und hob den Gurt mit dem Dolch und den Messern auf, um diesen wieder anzulegen, bevor er die letzten zwei Schritte zu den Frauen gingen um sie zu begrüßen.
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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Die Zwergin war dermaßen schnell weg, das Ljerka widerholt daran zweifelte, dass es sich um eine reine Zwergin handelt. So flink wie sie war dachte sie immer eher an die wuseligen Halblinge. Andererseits war sie auch das einzige weibliche Exemplar, dass ihr bekannt war, alle anderen waren Männer und die, auch wenn durchaus in einem gewaschenen Marschtempo unterwegs, waren doch sonst in ihrer Gestik ruhiger, im Vergleich zu ihr sogar behäbiger. Aber was wusste sie schon. Bisher hatte sie ja auch wie viele andere Menschen gedacht, auch weibliche Zwerge trügen Bärte. wer diese Mär verbreitet hatte und warum man das glaubte wusste sie nicht einmal.
Sarray holte noch einmal die kandierten Nüsse, Ljerka war schon ein wenig schlecht von der Übermenge an Zucker, sie hätte jetzt viel eher einfach von einer trockenen Salami abgebissen, aber Hunger hatte sie tatsächlich auch nicht, nicht nach dem Frühstück.

Sie fanden den Ritter schließlich - und dabei hatten sie nicht einmal lange suchen müssen. eigentlich hatten sie den Weg zum Gasthof eingeschlagen aber eine Menschentraube hatte sie von ihrem Weg abgebracht. Menschen und Anderlinge Schulter an Schulter, das war ungewöhnlich.
Wer so sehr für aufsehen sorgte war ein Mann, der da saß und meditierte. Erst dachte sie, es wäre so ein verrückter Hexer. Von den hieß es doch, dass sie lieber meditierten als schliefen. Tatsächlich hatte sie aber auch nur einen gesehen, im Tempel, aus der Entfernung, da war sie schon einige Jahre in der Ausbildung gewesen. Sie hatte sich von ihm ferngehalten als sie mitbekommen hatten, dass Iola regelmäßig sein Bett geteilt hatte. Auch wenn sie nichts gegen Anderlinge hatte, so stand sie diesen magisch veränderten Mutanten skeptisch gegenüber. Dazu gezüchtet, Monster zu beseitigen, wie trostlos konnte so ein Leben sein?
Und der zweite, den sie gesehen hatte war der Tote gewesen, den Milo und Iola, die zweite allerdings, auf dem Tisch gehabt hatten. hockte hier also ein Hexer und meditierte? Das hätte den Menschenauflauf erklärt. Irgendwie war diese Zunft verhasst und gefürchtet zugleich und doch war man fasziniert.
Aber dann stellte ich heraus, dass es ihr Kunde war. Der Ritter. Ein Mensch, aber ein wirklich komischer Mensch.
Aber ehe Sarray ihn wecken konnte beendete er seine Meditation als hätte er nur auf sie gewartet.
Ljerka war einen Moment überrascht. Er war so anders als alle Männer, die sie in ihrem langen Leben je getroffen hatte.
So war sie einen Moment sprachlos.
"Wir... äh... haben das Medikament. sollen wir... sollen wir bei uns reden?"
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Jarel Moore
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Erst jetzt begriff Jarel, dass der Personenauflauf um den Baum ihm galt.
Seine linke Augenbraue wanderte bis zum Haaransatz hoch, dann schmunzelte er.
Sie hielten ihn wahrscheinlich für einen Hexer. Oder für ein anderes Kuriosum.
Was wohl geschehen wäre, hätte er am Morgen seinen Wappenrock angelegt?

Immer noch schmunzelnd und mit einem belustigten Funkeln in den dunklen Augen sah er erst zu Sarray, anschließend zu Ljerka. Er beugte sich etwas zu ihnen. „Ob sie wegrennen, wenn ich Buh rufe?“, flüsterte er verschwörerisch, dann streckte unter Sarrays hellem Kichern seine Gestalt wieder.
„Es wäre wirklich besser, wenn wir das Gespräch in einem privateren Rahmen weiterführen. Oder wir nehmen Geld fürs zusehen.“ Wieder wanderte sein Blick über den sich langsam zerstreuenden Mob.
Immerhin keine Fackeln und Mistgabeln. Und niemand schichtete Holz fürs Feuer auf. Beruhigend.

Er beugte den Kopf kurz zur linken, direkt danach zur rechten Schulter, untermalt von einem hörbaren Krachen. Seine Finger lockerte er mit derselben Geräuschuntermalung.
Ein paar gespielt böse Blicke in Richtung der letzten Glotzer und schon hatte sich die Personenmenge aufgelöst.
„In diesem Dorf gibt es nicht viel Abwechslung, wenn ein alter Mann unter einem Baum schon zu einer Attraktion erhoben wird, hm?“
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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Ljerka lachte nur.
"Probiert es doch aus."
Sie war sich nciht sicher, ob dieser Ritter wirklich genug Humor besaß, aber fast hätte sie wohl geraten, dass er es tun würde.
Die Leute nahmen die Antwort auf diese Frage allerdings vorweg indem sie sich langsam verglaubten und schließlich allesamt weg waren als sich der meditierende nicht als der berühmte weiße Wolf entpuppte sondern einfache menschliche Augen trug. Ljerka war froh drum.
"Es ist sicher genug los, und trotzdem sind sie neugieriger als gut ist, vor allem wenn sie einen Skandal oder irgendetwas vermuten über das sich tratschen lässt."
Sie machten sich auf den Weg.
Dass sowohl seine Knie als nun auch die Finger knackten hörte Ljerka natürlich, aber was sollte sie sagen? 'lass es, das macht dir auf Dauer die Gelenke kaputt, weil Luft hineinkommt. Das hatte ihr zumindest ihre Mutter früher immer erklärt. Nenneke hatte ihr zwar klargemacht, dass das Unsinn war, aber ganz ließ sich der Gedanke daran nicht vertreiben.
Sie gingen, zunächst schweigend die paar Schritte zu ihrem Häuschen. Es war schnell erreicht, über die Brücke und um ein paar Ecken.
Bei Tag konnte man gut sehen, dass die Häuser von außen bemalt waren. Der Lehm, mit dem die Wände aus Holz und Weidengeflecht verkleidet waren, war gekalkt und auf das sterile weiß waren fast überall Blumenmuster gemacht, wie es sowohl in Temerien als auch in Redanien üblich war. Manche trugen sogar Schnitzereien an den Türstöcken und den Fensterbalken.
Zu den Häusern selbst führten nur Trampelpfade, selten befestigte Wege, aber im Inneren hatten die viele Hütten wie auch die von Sarray und Ljerka einen Holzboden, manche ältere jedoch nicht, hier war es nur gestampfter Lehm.
"Kommt herein."
Ljerka öffnete die Türe und ließ die beiden eintreten.
"Es sind zwei Fläschchen geworden, ich denke die Konzentration ist höher als bei euren, nehmt also lieber am Anfang weniger. Das Rezept ist leider nicht so genau was die Konzentration des Wirkstoffes angeht, aber ich habe mein bestes getan. Die milchige Farbe kommt von der Emulsion. Wenn es anfängt sich abzusetzen, kräftig schütteln."
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Jarel Moore
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Auf dem Weg zurück hatte der Ritter dem Schmuck an den Wänden viel Aufmerksamkeit gewidmet, den Personen jedoch noch mehr. Seine Augen traktierten jeden Passanten, als suche er jemanden. Oder etwas. Es wirkte aber eher wie eine alte Angewohnheit als etwas wirklich Akutes.

Jarel nahm eine der Flaschen in die Hand, schwenkte den Inhalt zwischen den gläsernen Wänden herum.
Der Mann atmete tief durch. „Wie lange denkt ihr, könnte die Flasche reichen?“
Von dem Zeug hing sein Leben ab. Die Nebenwirkungen…damit musste er klar kommen.
er sah Ljerka lange an. Es wäre besser die erste Dosis in Beisein eines Heilers zu nehmen, falls sein Körper nicht so reagierte, wie es sein sollte.
Aber…konnte er der Soldatin und der Zwergin trauen?
„Ich würde die erste Dosis gerne unter kontrollierten Bedingungen einnehmen. In eurer Gegenwart, Myladys. Und…es gäbe dabei einiges zu beachten. Wärt ihr gegen einen Aufpreis bereit ein gewisses Risiko auf euch zu nehmen?“
Er sah erst Sarray an, dann Ljerka. Eine seltsame Entschlossenheit lag in seinen Zügen. Und eine Spur Verzweiflung.
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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"Das Zeug hat erhebliche Nebenwirkungen, das weiß ich, deshalb habe ich versucht, die Konzentration zu erhören, damit ihr die Dosierung reduzieren könnt, das sollte auch die Nebenwirkungen etwas reduzieren. Ich würde schätzen, dass ein Fläschchen für vielleicht mehr als eine Woche reicht, je nachdem wie gut ihr darauf ansprechet."
Sie war versucht gewesen seinem weiterführenden Angebot sofort zuzustimmen, was sollte da schon für ein Risiko sein. Wenn er es nahm und dann starb, sie selbst trug wohl kaum Schaden davon, also? Aber irgendetwas in der Art, wie er fragte macht ihr klar, dass da wohl mehr sein musste.
Schließlich nickte sie doch.
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Jarel Moore
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Der Ritter befeuchtete seine Lippen. Er rang immer noch mit sich.
„Kennt ihr einen Ort, der unbewohnt ist? Weiträumig unbewohnt?“
Eine Weile dachte Ljerka nach. Das war nun wirklich nicht, was sie erwartet hatte. Dann dachte sie nach. Die Grashügel, früher waren sie nur spärlich besiedelt. Südwestlich der Stadt, schlossen noch ein paar Dörfer an, aber je weiter man ging in Richtung Küste umso mehr wald und umso weniger Behausungen, dafür wieder Monster. "Südwestlich der Stadt... aber das ist keine ungefährlche Gegend. Aber wozu? Was befürchtet ihr?" Sich selbst sah sie weniger bedroht. Die üblichen Gefahren für Leib und Seele einer Frau kannte sie natürlich, doch sie war großgewachsen und wehrhaft, bisher hatte es noch keiner geschafft, ihr Gewalt anzutun. Versucht sicher, einer hatte sein Augenlicht eingebüßt, einer erst sein Gemächt und damit wohl sein Leben. Aber das war im Krieg. "Es ist aber ein Stück Fußweg." fügte sie noch hinzu.
Er sah sie lange an. „Ihr seid die Richtige dafür.“ Er hatte sich dazu durchgerungen. Und mit dieser Entscheidung fiel es ihm leichter.

„Ich hole euch zum Morgengrauen ab.“ Dann sah er zu Sarray. „Verzeiht, kleine Dame, aber ihr bleibt bitte hier.“

Sarray wollte protestieren, doch da war etwas im Blick des Ritters, dass sie zurückschrecken ließ. „Ähm….ja….in Ordnung.“

Damit verließ er die zwei.

„Sag mal, was hat DER denn für ein Problem?“, fragte Sarray in Ljerkas Richtung.
„Das war ja richtig unheimlich. Denkst du, er will dir was antun?“
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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"Gut. Bis... dann." hatte sie geantwortet.
Ljerka sah zwischen dem Ritte und der Zwergin hin und her. Sie war ratlos. Mit ihren fast 50 Sommern und Wintern Lebenserfahrung hate sie sich bisher eingebildet, alles zu verstehen und alles erlebt zu haben und auf alles vorbereitet zu sein. Aber darauf konnte sie sich keinen Reim machen, das war merkwürdig.
Und als er dann gegangen war: "Ich glaub es nicht... und wenn, dann werd ich nicht unbewaffnet sein, das haben schon andere versucht und teuer bezahlt, da wär der nicht der erste. Und es wäre schon komisch, es auf diese Weise zu versuchen. Aber... ich hoffe er überschätzt mich nicht."
Auch Ljerka kannte die Geschichten über Geister und ähnliche Flüche, für jemanden in ihrer Weld war das kein Märchen sondern gefährliche Realität. Was sie befürchtete war, dass er tatsächlich eher einen Hexer gebraucht hätte als ausgerechnet sie.

So redeten sie noch eine Weile, über die Vergangenheit und das allgegenwärtige Thema, den Krieg. Dem kamen sie mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit einfach nicht aus. Aber je länger er her war umso mehr verklärte er sich auch. Und so war schnell der Bogen gespannt zu gutem Essen, zu Männern und anderen Abenteuern.
Und irgendwann gingen sie schlafen.
Am nächsten Morgen war Ljerka wach, noch ehe der erste Hahn krähte. Sie war gespannt, neugierig, doch immer begleitet von einer Spur Angst, was sie da erwarten konnte. So wartete sie, voll gerüstet. Sie hatte ihr schweres Kettenhemd aus dem Ölpapier befreit in dem sie ein gewickelt gehabt hatte, hatte ihr Schwert gegürtet und ihre Haare mit einem Tuch umwickelt. Auf den ersten Blick sah man nicht gleich, dass es sich um eine Frau handelte, auf den zweiten natürlich schon, denn ihre Züge waren weicher als die eines Mannes, ihre Hüften doch ein wenig runder und es zeigte sich nicht die kleinste Spur von Bartstoppeln, und aufgrund ihres Alters ging sie auch nicht mehr als glattrasierter Junge durch, wie es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall gewesen war.
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Jarel Moore
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Auch Sarray kletterte aus dem Bett. Das Haar der Zwergin stand ab, als wäre sie in der Nacht vom Blitz getroffen worden. Gähnend schlich sie gerade in der Küche, als es an der Tür klopfte.
Total verschlafen öffnete Sarray die Tür. Und musste den Kopf in den Nacken legen, um Jarel anzusehen. Der Mensch war gewaschen, rasiert und trug – wie auch am Tag zuvor – nur einfache Zivilkleidung, dazu jedoch einen Seesack über der Schulter. Sein Schwert fehlte.
Die Zwergin murrte und verschwand wieder im Häuschen, ohne gegrüßt zu haben oder ich zu Wort kommen zu lassen. Sie lies aber die Tür offen.
Jarel stockte, trat dann aber doch ein und stellte den Seesack hinter der Tür ab.
Mit vor dem Körper verschränkten Händen wartete er auf Ljerka.

„Meine Stute steht vor der Tür. Sie heißt Mariposa. Könntet ihr eure morgenmufflige Freundin für mich bitten, nach ihr zu sehen, wenn wir fort sind?“
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Solvey
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...von dort


Obwohl es noch recht früh war, herrschte bereits reges Treiben in Ferneck.
Sólvey spazierte schlendernd durch die Straßen Fernecks, unterhielt sich mit Einwohnern die sie grüßten, aber behielt das Ziel ihres Spaziergangs im Auge - Die Begrüßung, der neuen Bewohner Fernecks. Ein Zwergenjunge mit einem schielenden Auge, rannte auf die rotblonde Halbelfe zu "Solwiiii!" rief er und umklammerte ihre Beine, sobald er sie erreichte. "Na wen haben wir denn da? Jesper! Du willst bestimmt wieder was Süßes, stimmt's?" Er nickte hastig.
"Nun gut! Aber sag mir erst, ob du schon die neuen Leute gesehen hast, dann bekommst du etwas von mir" Jesper nickte erneut und antwortete:"Da steht ein Ferd un ein alder Opa" Nun streckte er ihr sein kleines Patschehändchen entgegen und verlangte seine Süßigkeit. Sólvey musste grinsen, griff in ihre Schürze und gab Jesper ein paar Kürbis-Karamellen. Jesper packte eines aus, stopfte es in seinen Mund und seine Augen begannen zu leuchten "Oah! So legga!" Er umarmte Sólveys Beine kurz und rannte dann wieder weg. "Schüss Solwi" rief er und verschwand hinter einem Haus. "Dieser Junge!" Sie lachte und machte sich auf den Weg.

"Ein Pferd und ein alter Mann also..." Sprach sie zu sich selbst und erreichte bald das Ziel. Das Haus war nicht besonders groß, aber ein vollbeladenes Pferd, stand davor. Wahrscheinlich war der Besitzer nicht dazu gekommen, seine Habseligkeiten ins Haus zu bringen.
Sie sah dass die Tür nur angelehnt war und konnte eine männliche Stimme hören, also war jemand Zuhause. Sólvey legte ihren lose geflochtenen Zopf über ihre Schulter, strich ihre Schürze glatt und klopfte dann sanft, aber hörbar gegen die Tür. "Hallo? Ist jemand Zuhause?" Die Halbelfe stellte sich kerzengerade hin, hob den Weidenkorb vor sich und wartete, auf eine Reaktion.
Zuletzt geändert von Solvey am Montag 2. Mai 2022, 09:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Jarel Moore
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Jarel war zwar nicht Hausherr und so war es eigentlich nicht sein Recht Gäste zu begrüßen, da er aber selbst noch halb in der Tür stand schob diese einfach weiter auf.
Der Mann der in der Tür stand war nicht nur einen kompletten Kopf größer als sie, er war auch doppelt so breit und vier Mal so alt. Breitschultrig, grauhaarig, halbhohe Stiefel, Lederhose, Leinenhemd.
Am rechten Beim – recht tief geschnallt – trug er Lederriemen, an dem drei Wurfmesser und ein langer, eleganten Parierdolch angebracht waren.
Der Mann musterte sie ebenso und ihr Anblick rang ihm ein kaum merkliches Lächeln ab.
„Die wollen sicher zu den Haus…Damen…?“

Sarray war noch damit beschäftigt, ihre Haare unter Kontrolle zu bekommen und sich anzuziehen. Sie war leicht verkatert und nicht besonders gut gelaunt bei der Aussicht, das Ljerka und der alte kerl allein unterwegs sein würden.
Vielleicht würde sie heimlich folgen. Mal sehen.
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Ljerka-Ilmatar Veskewi
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Kaum eingezogen, und schon so ein Aufruhr. Ljreka hatte bereits angezogen gewartet und sie Trug ihre langen und mittlerweile fast schnellweisen Haare mit einigen dunkelgrauen Strähnen fast immer zu einem Zopf geflochten. Nur zum Waschtag öffnete sie diesen sonst blieb alles pflegeleicht verstaut.
Und natürlich ging auch sie nicht unbewaffnet, es war allerdings keine Zeit mehr, das der Zwergin mitzuteilen.
"ICh bin bereit, wir können los."
Teilte sie Jarel mit, ein Mädchen kam an, einen Korb bei sich. Auf den ersten Blick hätte man denken könne, sie brächte Geschenke. Aber niemand brachte wildfremden Geschenke. Nicht in Nowigrad, nicht in Ferneck, nirgends auf der Welt. Einen Moment musterte die Ältere Frau das Kind von oben bis unten. Sie gehörte zu niemandem, bei dem sie etwas bestellt hatte, auch sonst kannte sie das Kind nicht. Es war also Vorsicht geboten. "Lass dich nicht über's Ohr hauen." raunte sie Sarray noch zu. Man wußte ja nie, welche neun Finten sich Betrüger und Halsabschneider so einfallen ließen. Und sie waren neu, sie vermutlich dachte man hier, das wäre gleichbedeutend mit Gutgläubig.

weiter hier.
Zuletzt geändert von Ljerka-Ilmatar Veskewi am Montag 2. Mai 2022, 20:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Solvey
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Das war wohl der ältere Mann, von dem Jesper sprach. Er stand dort in der Tür und wirkte doch relativ freundlich. "Guten Morgen" Erwiderte sie. Ob sie zu den Hausdamen wollte? War er nur ein Gast? Sie lächelte ihm zu, sobald er die Tür etwas weiter öffnete, konnte sie eine Frau erkennen, die sehr wahrscheinlich, auch keine 30 mehr war. Die Frau, die dort stand musterte und beäugte Sólvey abschätzig. Auch Sólvey betrachtete die Frau und warf einen kleinen Blick ins Haus, da sie scheinbar mit jemandem sprach, den Sólvey nicht sah. Aufgeräumt sah es jedenfalls nicht gerade aus.
-Ich hatte irgendwie auf Elfen, oder Zwerge gehofft. Menschen können auch nett sein, aber so wie die mich anstarrt…- Sie überspielte ihre Enttäuschung.
"Guten Morgen! Ich suche die neuen Besitzer dieses Hauses! Ich komme vom Hof Sommersend, drüben in Arette"
Sie lächelte liebreizend, strich sich eine lockere Strähne, hinter ihr leicht spitz zulaufendes Ohr und fuhr einfach fort, ohne auf eine Antwort zu warten. "Scheint so, als wärt ihr noch müde, meine Dame, so verdutzt wie ihr dreinblickt! Ihr habt wahrscheinlich noch gar nicht gefrühstückt, da habe ich doch das passende für euch dabei!"
Das Talent unangenehme Situationen zu umschiffen, hatte sie von ihrem Vater geerbt. Sie schlug den Stoff, den sie über den Korb drapiert hatte, zurück und ließ dadurch einige Esswaren erscheinen. Ein Brot, ein Gläschen Marmelade und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Da noch immer keiner etwas sagte, ergriff Sólvey erneut das Wort. "Das ist ein Willkommens-Körbchen! Hier in Ferneck und Arette versuchen wir, gut miteinander auszukommen" Stellte sie fest und funkelte dabei, die grauhaarige Frau an.
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Sarray Cestay
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Sarray kam gerade in Richtung Tür getapert, die Haare gebändigt und das Gesicht frisch gewaschen, aber immer noch mürrisch. „Keinen Kirschbohnentee heute?“, murmelte sie und sah Jarel misstrauisch an, der zur Begrüßung kurz das Haupt gebeugt hatte.
Und da war noch ein Mädchen mit Korb am Arm. Sofort wurde Sarrays Gesichtsausdruck eine Spur offener. Ob sie da Leckereien verbarg?

Ljerka und Jarel verabschiedeten sich. Sarray schielte auf den Seesack. Was sollte das denn nun? Sie waren doch keine Taverne hier.
Sie sah Ljerka ernst an. „Pass auf dich auf.“, murmelte sie und fixierte die Kriegerin einen Moment, als wolle sie sie hynotisieren.
Der Ritter wirkte ganz in Ordnung, aber warum wollte er mit ihr in eine abgelegene Gegend?

Die beiden gingen und ließen eine beunruhigte Sarray und ein junges Ding mit Körbchen am Arm zurück.
Erst nach Minuten riss Sarray den Blick los.
„Und du bist…?“ Die Zwergin rang sich ein Lächeln ab und sah zur Halbelfe hoch.
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Solvey
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Ohne weiteren Wortwechsel, verließen die beiden Menschen das Haus. -Wie unhöflich…-

Kaum wollte Sólvey sich schon abwenden um zu gehen, waren plötzlich eine weitere Stimme und Schritte zu hören.
Eine kleine Person erschien, je näher sie trat, desto sicherer war sich Sólvey, dass es sich um eine Zwergin handelte.
-Oh! Also doch ein Zwerg, wie schön!-
Die Zwergin wandte noch ein paar Worte an die Grauhaarige. Scheinbar vertaute sie dem älteren Mann nicht. Sólvey konnte sich keinen richtigen Reim darauf machen. Welch' seltsames Trio!

Es dauerte eine Weile, bis die Zwergin sich an Sólvey wandte, aber sie tat es. Sie hatte wildes blondes Haar, wirkte noch verschlafen aber lächelte freundlich. "Guten Morgen! Ich bin Sólvey, ich komme vom Hof Sommersend, drüben in Arette! Seid ihr die neue Besitzerin dieses Hauses?" -Mal gespannt, wie oft ich das heute noch sagen und fragen muss-
Sólvey betrachtete ihr Gegenüber und legte dabei einen freundlichen Gesichtsausdruck auf.
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„Du..äh…was…?“, fragte die Zwergin verdattert.
Die Mini-Blondine gähnte ungehalten und rieb sich den Nacken.
„Ja. Die Dame gerade und ich haben das Häuschen hier gekauft.“
Sarray machte einen langen Hals und versuchte in den Korb zu linsen.
„Was verkaufst denn du?“, fragte sie.

Man konnte gut erkennen, dass die beiden Damen gerade erst eingezogen waren.
Die Möbel waren karg und Dekoration nicht vorhanden. Dafür lag ein Buch über Kräuterkunde aufgeschlagen auf dem Tisch und an den Fenstern hingen bereits einige Bündel gebundener Kräuter zum Trocknen.
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